Liebe Leser,

hier möchte ich euch meine Heimatstadt Neviges vorstellen....ich lebe zwar seit 5 Jahren  nicht mehr dort...aber Heimat bleibt Heimat...

Velbert-Neviges

          

Eingebettet in eine waldreiche Hügellandschaft liegt Neviges im Bergischen Land; die Großstädte Wuppertal, Essen und Düsseldorf sind von hier bequem mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn zu erreichen.

Neviges wird 1220 erstmals urkundlich erwähnt und ist seit 1681 Wallfahrtsort.

Bis 1975 eigenständig, danach Eingemeindung in die angrenzende Stadt Velbert.

Heute hat der Velberter Stadtteil Neviges ca. 20000 Einwohner.

Ein Stadtrundgang

Ich parke das Auto im einzigen Parkhaus der Stadt und bin von dort in wenigen Schritten in der Fußgängerzone. Größere Geschäfte fehlen hier, ebenso die typischen Bekleidungsketten, aber es gibt alles, was man benötigt...Bäcker, Metzger, Tabakladen, Schuhgeschäfte, natürlich Schlecker und kürzlich hat sich auch Rossmann hier angesiedelt...es gibt Reisebüros, Blumenläden, Boutiquen und für die Größe des Ortes relativ viele Friseure. Viele Läden sind schon seit 2 oder mehr Generationen in Familienbesitz. Wie in vielen anderen Orten stehen auch hier einige Läden leer und das schon seit geraumer Zeit.

Machen wir eine Pause und da das Wetter schön ist, suche ich mir in einer der beiden Eisdielen einen Platz auf den draußen aufgestellten Stühlen und genieße den Blick auf die vorbeilaufenden Menschen, die hübschen kleinen Häuser und den Nevigeser Brunnen.        

Nach dem leckeren Milchkaffee geht es weiter zur evangelischen Kirche des Ortes. Diese liegt mittig auf einem kleinen Platz, dem Kirchplatz eben, umrandet von blumengeschmückten, rausgeputzten kleinen Fachwerk -und Schieferhäusern aus dem 18. Jahrhundert.

          

                    

Von hier geht es weiter zum wohl bekanntesten Gebäude unserer Stadt....der Wallfahrtskirche "Maria, Königin des Friedens". Der moderne Betondom, 1966-1968 erbaut unter der Leitung von Architekt Gottfried Böhm, gehört zu den bedeutendsten Sakralbauten des 20.Jahrhunderts und ist die größte moderne Wallfahrtskirche Europas. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten...mir persönlich gefällt der einem riesigen Zelt ähnelnde Betonberg nicht sonderlich gut.

      

Das Innenleben ist allerdings beeindruckend....auch hier alles modern und schlicht gehalten und nicht wie sonst in katholischen Kirchen meist üblich, überladen und protzig.

Mit Wegen aus Pflastersteinen und Straßenlaternen im Inneren, einem großen Platz in der Mitte des Doms und Emporen, die wie Balkone wirken, wirkt das Ganze fast südländisch. Ein schlichter steinerner Altar und die Kanzel, in den Hauptstützpfeiler geformt, bilden den Mittelpunkt im Innenraum.

Viele dunkle Nischen und Ecken haben mir als Kind immer Furcht eingeflösst...und das hat sich bis heute nicht ganz gelegt.

Beeindruckend sind die riesigen Fenster, die die kahlen Betonwände bei Sonnenlichteinstrahlung in buntes Licht tauchen.

Der Dom bietet 5000 Gläubigen Platz und wird wegen der besonderen Akustik häufig für Konzerte genutzt.

Verlassen wir den Dom, gehen über den Vorplatz vorbei am Franziskanerkloster und erreichen in wenigen Minuten "Schloss Hardenberg". Das Wasserschloss wurde 1354 erstmals als Wohnsitz der Herren zu Hardenberg erwähnt. Nachdem die Besitzer im Laufe der Jahrhunderte häufig wechselten, wurde es im Jahre 1939 von der damals nach eigenständigen Stadt Neviges gekauft und Teile wurden als Ausstellungsräume junger Künstler genutzt. Zur Zeit wird das Schloss wegen der schlechten Bausubstanz aufwendig saniert. Zusammen mit der teilweise sanierten Vorburg, die für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird und den 4 Wachtürmen ist die Schlossanlage ein Anziehungspunkt für jung und alt.

        

Velbert-Neviges ist nicht nur Wallfahrtsort sondern auch Industriestadt. Hier am Rande des Ruhrgebietes haben sich zahlreiche mittelständische Unternehmen, die hauptsächlich in der Metallindustrie tätig sind, angesiedelt. Aber wie überall in unserem Land schließen auch hier Betriebe oder Arbeiter werden entlassen und es wird immer schwieriger, eine neue Anstellung zu finden.

Neviges ist umgeben von Wäldern und Feldern , die bis an die Stadtgrenze ragen.

Vor wenigen Jahren ist am Stadtrand ein großer Golfplatz entstanden.

Egal, in welcher Richtung ich Neviges verlasse um nach Velbert zu kommen, es geht immer bergauf....für Radfahrer eine echte Herausforderung.

Nach ca. 6 km hat man dann...

Velbert

...erreicht.

875 erstmals urkundlich erwähnt, ist die Stadt Velbert weltweit als Schloss-und Schlüsselstadt bekannt. Bereits seit dem 16. Jahrhundert werden hier Schlösser und Beschläge hergestellt und weltweit importiert. Seht mal nach, ob ihr auch einen Schlüssel mit dem Aufdruck BKS oder WILKA besitzt...seit über 100 Jahren sind die Firmen in Velbert ansässig.

In Velbert-Mitte leben heute ca. 51000 Menschen.

Die Velberter Friedrichstrasse ist die Einkaufsstrasse der Stadt.

Bekannte Unternehmen wie Karstadt, H&M, Douglas, Deichmann, Reno, Christ, Leonardo, DM, Kamps, Nordsee oder Strauss haben sich hier angesiedelt, daneben gibt es zahlreiche Einzelhändler, die ihre Geschäfte seit mehreren Generationen als Familienbetrieb führen. Attraktiv ist die Velberter Innenstadt nicht gerade...auch hier stehen einige Läden leer oder sogenannte Billigläden haben Einzug gehalten. Alles wirkt grau, alt und schmuddelig. Es gibt kaum Strassencafes im Bereich der Fußgängerzone...

Hübsch ist der Münzbrunnen, mit nachgebildeten europäischen Münzen bestückt und der Platz "Am Offers" mit der "Alten Kirche", die 1766 im Stil des bergischen Barocks erbaut wurde.

Kultureller Mittelpunkt ist das "Forum Niederberg" direkt in der Innenstadt. Hier finden Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen statt.

Im Forum befindet sich auch das "Schloss -und Beschlägemuseum".

Besonders sehenswert ist hier eine aus dem 19. Jahrhundert nachgebildete Schmiede, daneben erfährt man alles über die 5000 Jahre alte Geschichte der "Schließtechnik".

Im Theater-Cafe kann man den Abend nach einer Veranstaltung gemütlich ausklingen lassen...sonst natürlich auch.

1852 eröffnet in Velbert die erste Eisengießerei ihre Tore und viele andere folgen.

Hier wird hauptsächlich für die Autoindustrie gearbeitet. Als im angrenzenden Ruhrgebiet die Zechen geschlossen wurden, fanden hier viele einen neuen Arbeitsplatz.

Velbert ist Industriestadt und das sieht man fast überall. Selbst in der Innenstadt befinden sich zahlreiche Firmen und tragen nicht unbedingt zur Attraktivität bei.

Inzwischen ist zwar außerhalb ein großes Industriegebiet entstanden aber die alten Betriebe bleiben in der Stadt.

Aber Velbert hat nicht nur Industrie sondern auch Grünflächen.

Der "Herminghaus -Park" ist die grüne Lunge der Stadt. Kleine Tiergehege, ein großer Spielplatz, Liegewiesen und eine Minigolfanlage sorgen für Unterhaltung und Entspannung.

Gleich daneben befindet sich das Parkbad, das alte Schwimmbad der Stadt, das inzwischen zum Erlebnisbad umgebaut worden ist.

Im Zuge der Eingemeindung fiel 1975 auch die bis dahin eigenständige Stadt

Langenberg

an Velbert.

Sehenswert ist hier die wunderschöne Altstadt, die zu den besterhaltenen Orten vergleichbarer Größe in NRW zählt.

                 

Schmale Straße, verwinkelte Gassen und liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser bestimmen das Stadtbild.

Einen Besuch lohnen die beiden evangelischen Kirchen.

Das kulturelle Leben spielt sich hier im 1913 von einem Fabrikanten errichteten "Bürgerhaus" ab. Das mit Türmen und Erkern versehene Gebäude ist ein Foto wert.

Im Innern befindet sich eine im Jugendstil erbaute Konzertorgel. Im "Bürgerhaus" finden regelmäßig Theateraufführungen und Konzerte statt.

Das Wahrzeichen der Stadt ist der "Langenberger Sender". Bereits 1927 wurden 2 Gittertürme von 100 m Höhe errichtet. 1948 wurde der bis dahin zur Post gehörende Rundfunksender an den NWDR verkauft. 1989 wurde ein neuer 301 Meter Turm errichtet.

Ein weiteres Wahrzeichen ist der 1904 erbaute "Bismarckturm" gleich unterhalb des Sender. Vom 28,4 m hohen Turm hat man einen schönen Ausblick auf den Ort und die umgebenden Wälder.

Freizeitmöglichkeiten in Velbert, Neviges und Langenberg

Wer gerne und viel wandert, ist hier sicherlich gut aufgehoben. Zahlreiche ausgeschilderte Wege führen den Besucher durch die hügelige Wald- und Wiesenlandschaft.

Jeder Ortsteil hat ein eigenes Schwimmbad...in Velbert-Mitte das "Parkbad", in Neviges das "Panoramabad" und in Langenberg das "Nizzabad".

Wer im Raum Velbert ein Kino sucht, sucht vergeblich...nachdem in den nahen Großstädten Wuppertal und Essen die großen Filmpaläste eröffneten, konnte das Velberter Kino nur noch kurzzeitig mithalten und schloss vor einigen Jahren seine Pforten.

Für 35-45 Euro kann man auf dem Golfplatz "Gut Kuhlendahl" die Bälle in den Löchern verschwinden lassen...günstiger geht es auf den zahlreichen Minigolfplätzen des Ortes.

Restaurants

Das wohl bekannteste Restaurant ist "Haus Stemberg", ein in der 5. Generation geführtes Familienunternehmen.

Fernsehkoch Walter Stemberg (SAT1) lässt hier den Kochlöffel schwingen.

Aber man kann auch anderswo gut essen und die Auswahl geht von der typisch deutschen Küche über griechisch, jugoslawisch, türkisch, chinesisch bis hin zu den zahlreichen Pommesbuden.

Übernachten

Von der einfachen Pension bis zum bis ****Hotel wird für jeden etwas dabei sein...da ich hier logischerweise noch nie "fremd" übernachtet habe, kann ich leider keinen Tipp geben.

Allgemeines

Jeder Stadtteil besitzt ein Krankenhaus...ein Allgemeines, ein Geriathrisches und eine Suchtklinik.

Im Laufe der letzten Jahre sind in allen 3 Stadtteilen neue Feuerwachen entstanden...für die Berufsfeuerwehr in Velbert-Mitte und für die Freiwilligen in Langenberg und Neviges (Gruß an meinen Bruder )

          

Es gibt Stadtbüchereien, Volkshochschulen, Kindergärten und Schulen.

Fakten, Fakten, Fakten

Velbert gehört zum Kreis Mettmann, Regierungsbezirk Düsseldorf und somit zum Bundesland Nordrhein-Westfalen....das Autokennzeichen ist ME.... 

Im April 2006 lag die genaue Einwohnerzahl bei 87299, die Anzahl der ausländischen Mitbürger betrug 10024.

Im Dezember 2004 lag die Arbeitslosenquote bei 8,5%.

Das Stadtgebiet umfasst 75 qkm.

So, das war nun das Wichtigste aus Velbert...wie ihr sicherlich gemerkt habt, hängt mein Herz natürlich besonders an Neviges. Ich hoffe, ich habe euch nicht gelangweilt...

Herzlichst

Karin B.