Hier eine Auswahl von Maik`s Gedichten, die von 1987 - 2006 entstanden sind


    

Septembermorgen am See

Ein Netz aus Sonnentau                                                       

liegt friedlich über dem See

der ist ruhig und glatt  

zugleich Spiegel der Stadt,

die wirkt verzaubert

bei jedem Blick

aufs klare Wasser       

einfach doppelt so schön

   

Wären die Flügel ungestutzt  

Wären die Flügel ungestutzt, würde der Vogel fliegen und fliegen,

fliegen sehr weit und sehr hoch,

würd` immerfort schlagen und kreisen und steigen, bis zu jenem Punkt, an dem`s höher nicht geht.

Ab da müsst er gleiten und weichen und sinken,

sinken und schliesslich sich setzen und ruhn.

Sollte der Vogel den Punkt überwinden, und überfliegen die Sehnsuchtsgrenze,

brächte keine Feder mehr Kunde von ihm, weil die Sonne sein Scharfrichter wäre.

Doch zwischen den Polen liegt unberührt schier unendlich grosser Raum –

Den könnte er spüren, der Vogel – und messen

wären seine Flügel ungestutzt.

Die sieben Samurai

Die sieben Samurai  schlagen blitzschnell zu  lassen keinen ungeschoren 

die wissen um die Kraft ihrer Klingen

die nehmen es  mit Jedem auf  

nehmen jeden auseinander

jeden Polstersitz  im leeren Bahnabteil.

 

(Christi) Himmelfahrt

Die Kutsche voll

die Männer sitzen durchgetränkt 

die Flaschen klappern leer  im Kasten

durstig nur  der Schimmel

zieht die Zwölfe  steil bergauf

samt grünbekränztem Wagen

da bleibt er stehn, der Gaul

und guckt sich um

als auch der Kutscher fliegen  will .

Hommage

Denk ich an die Stadt  seh ich ihre Türme

fall´n auch die Häuser mir ein

denk ich an die Häuser

bin ich aus dem Häuschen

da such ich die Mauern der Kindheit

denk ich an  Zu- haus

da ziehe ich aus

entgegen dem Platz  meiner Zu-Kunft

Platz da für d i e Stadt –

denkt doch :   Ich spiele ! 

und gerade fallen die Häuser mir ein.